Offene Kinder- und Jugendarbeit solidarisiert sich mit der Jugendhilfe

Offene Kinder- und Jugendarbeit solidarisiert sich mit der Jugendhilfe – Kürzungspläne bedrohen alle Angebote für Kinder, Jugendliche und Geflüchtete

Ein internes Arbeitspapier zwischen Bund, Ländern und kommunale Spitzenverbänden
– geleakt vom Paritätischen Gesamtverband – enthüllt drastische Sparmaßnahmen bei Leistungen für Kinder, Jugendliche, Familien und jungen Menschen mit Fluchthintergrund. Aus Sicht der AGOT NRW wird unter dem Deckmantel von „Effizienz und Effektivität“ ein Bild gezeichnet, dass die angeblich (zu)teure Jugendhilfe verbessern soll. Doch bereits jetzt sehen Realitäten anders aus: auch in unseren Einrichtungen sind viele junge Menschen mit komplexen Hilfebedarfen, es gibt lange Wartezeiten für dringend notwendige Einzelfallhilfen und Unterstützung muss überall, u.a. in der Jugendarbeit aufgefangen werden. Weitere Kürzungen bedrohen das gesamte Angebotssystem für junge Menschen und insbesondere für vulnerable Gruppen, deren Zugänge zu unserer Gesellschaft dadurch weiter erschwert werden. Dies widerspricht insbesondere der UN- Kinderrechtekonvention und der UN-Behindertenrechtskonvention.

Auch die vorgeschlagene Anpassung des Subsidiaritätsprinzips als Rechtsinstrument und demokratisches, pluralistisches Handlungsfeld der freien Träger die Aufweichung des Fachkräfteprinzips würden das professionelle Arbeitsfeld nachhaltig beschädigen. Gerade junge Menschen in problematischen Lebenslagen, mit Fluchthintergrund oder mit Inklusionsbedarf brauchen Profis und keine Verschiebung in eine Infrastruktur, die ebenfalls seit Jahren ausgehöhlt wird.

Gerade wird eine SGB VIII Reform diskutiert und die diese Diskussion gehört in den öffentlichen Raum! Wir fordern eine Stärkung sozialräumlicher, verlässlicher Angebote für alle Kinder und Jugendlichen – ohne Ausgrenzung.