Tür auf – Kinder und Jugend jetzt!

Positionen der AGOT-NRW für eine starke Offene Kinder- und Jugendarbeit

Offene Kinder- und Jugendarbeit – das bedeutet Spaß und Spannung in Einrichtungen und mobilen Angeboten. Ein wichtiger Baustein hinter einer erfolgreichen Offenen Tür sind engagierte Jugendliche, Ehrenamtliche und hauptamtliche Fachkräfte mit Ideen, Konzepten, Programmen und Positionen.

Wir, die AGOT-NRW, laden Sie und euch dazu ein, Positionen, Ideen und Handlungshinweise der Offene Kinder- und Jugendarbeit im Rahmen dieser Seite(n) (neu) zu entdecken und sich kritisch damit auseinanderzusetzen.

Wir freuen uns, wenn Elemente dieser Veröffentlichung dazu beitragen, Offene Kinder- und Jugendarbeit weiter zu entwickeln und in der Kommune zu sichern. Darüber hinaus sind wir über Rückmeldungen, kritische Hinweise und inhaltliche Diskurse zu den vorgestellten Positionen dankbar. Viel Spaß bei der Lektüre!


#OKJAdigital

Jugendliche dort abzuholen, wo sie sind, heißt, souverän im digitalen Meer zu surfen. Für die effektive Arbeit im Netz ist heutzutage mehr nötig, als die Grundfunktionen eines Computers mit Internetanschluss und der gängigen Software zu kennen.

Zwei der wichtigsten Prinzipien digitaler Medien für die Offene Kinder- und Jugendarbeit sind die Orts- und Zeitunabhängigkeit sowie der Wandel der Kommunikationsweisen. Einrichtungen der Offenen Arbeit, die überwiegend in stationären Räumen arbeiten, brauchen Wege, digital mit einzelnen Besucher*innen und Cliquen zu kommunizieren.

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Die herausragende Bedeutung von Digitaltechnik für die Offene Kinder- und Jugendarbeit ergibt sich allein aus der Tatsache, dass digitale Medien einen festen Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ausmachen. Rund ein Viertel der Sechsjährigen und die Hälfte aller Neunjährigen besitzen ein Handy oder Smartphone. 1 Für Zwölf- bis 19jährige steht die tägliche Nutzung des Smartphones auf Platz eins in ihrer Freizeitbeschäftigung, dicht gefolgt von der Nutzung des Internets. 2 „Betrachtet man insgesamt das Agieren der Jugendlichen im Netz, so zeigt sich, dass diese überwiegend mit dem Smartphone online gehen und hierbei auch überwiegend mobile Seiten nutzen.“ 3

Etwa ein Viertel der Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit hat den Geist der Zeit erkannt und arbeitet bereits mit einem Schwerpunkt auf medienpädagogischen Angeboten. Für die Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die Arbeit mit (Online-)Medien vor allem deswegen vielversprechend, weil in Offenen Einrichtungen grundsätzlich freier, intensiver und flexibler mit Medien gearbeitet werden kann, als in der Schule.

„Betrachtet man insgesamt das Agieren der Jugendlichen im Netz, so zeigt sich, dass diese überwiegend mit dem Smartphone online gehen und hierbei auch überwiegend mobile Seiten nutzen.“

Jugendliche dort abzuholen, wo sie sind, heißt, souverän im digitalen Meer zu surfen. Für die effektive Arbeit im Netz ist heutzutage mehr nötig, als die Grundfunktionen eines Computers mit Internetanschluss und der gängigen Software zu kennen. Ohne Grundkenntnisse von WhatsApp, YouTube, Facebook, Snapchat, Google, Minecraft, Instagram und Co. ist es für die Fachkräfte der Offenen ´Kinder- und Jugendarbeit schwer, die Interessen und Leidenschaften ihrer Besucher*innen zu kennen. Gleichzeitig ändern sich Online-Mediennutzung und -Angebote rasant. Zugang zu und Kenntnisse von der modernsten Software erhält man idealerweise dadurch, dass Jugendliche ihre Apps selbst erläutern.

Zwei der wichtigsten Prinzipien digitaler Medien für die Offene Kinder- und Jugendarbeit sind die Orts- und Zeitunabhängigkeit sowie der Wandel der Kommunikationsweisen. Einrichtungen der Offenen Arbeit, die überwiegend in stationären Räumen arbeiten, brauchen Wege, digital mit einzelnen Kindern und Jugendlichen und Cliquen zu kommunizieren. Dies gelingt über Plattformen, die Interaktion und Teilen („sharing“) sowie Zusammenarbeit und Teilhabe ermöglichen. Junge Menschen für den Besuch von Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zu motivieren, ist die Verbindung von analogen und digitalen Welten über emotionale Brücken: die Einrichtungen sind nicht nur dadurch attraktiv, indem junge Menschen sich dort selbst frei, wohl und akzeptiert fühlen – sie haben dann einen besonderen Reiz, wenn sie Jugendlichen Gestaltungsmöglichkeiten im Internet und für die Verwendung digitaler Medien bieten.
Jugendliche erwarten, in Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit die ganze Palette von Online-Angeboten nutzen zu können. Hierzu zählen insbesondere

  • Online-Infrastruktur (Internetpräsenzen, die Jugendliche erreichen, W-LAN-Zugang, Spielkonsolen, …)
  • Kenntnisse über die angesagten Neuheiten aus der Unterhaltungs- und Spielbranche,
  • (Online-)Medienangebote, die von den Jugendlichen gestaltet werden können.

Trotz des digitalen Wandels bleiben die Aufgaben der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Kern die gleichen: nämlich Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu begleiten und zu unterstützen. Durch das Internet als schier unerschöpfliche Quelle von Informationen, (Halb-)Wissen und Möglichkeitsräumen entstehen vielfältige digitale Jugendkulturen. Alle Jugendlichen haben gleichwohl gemein, dass sie auf der Suche nach Intensitäts-, Ganzheits- und Subjektivitätserfahrungen sind – auch im Netz. 4 Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit haben den Auftrag, Freiräume für diese Erfahrungen anzubieten. Sie können darüber hinaus junge Menschen bei der Entwicklung medialer Schlüsselkompetenzen unterstützen: Orientierung, Bewertung, Empathie, Verantwortung und Selbstbewusstsein gehören gleichermaßen zur kritisch-reflexiven Bewältigung des Offline- wie des Online-Alltages.