erweiterte Inklusionsbegriff

Hendrik Meyer

In der gegenwärtigen bildungspolitischen Debatte in Deutschland und auch in der pädagogischen Fachdiskussion wird das Konzept der Inklusiven Bildung häufig gleichgesetzt mit der Eingliederung von Menschen mit Behinderung in Regelsysteme, wie sie in der UN-Behindertenrechtskonvention eingefordert wird. Diese thematische Fokussierung und perspektivische Einengung verstellt jedoch den Blick für die tatsächliche Dimension des Problems und vernachlässigt alle anderen marginalisierten

Gruppen. Aus diesem Grunde plädiert die UNESCO für einen offenen und erweiterten Inklusionsbegriff, der Alle Menschen gleichberechtigt mit einbezieht.:

Inklusion bedeutet, dass allen Menschen – unabhängig von Geschlecht, Religion, ethnischer Zugehörigkeit, besonderen Lernbedürfnissen, sozialen oder ökonomischen Voraussetzungen – die gleichen Möglichkeiten offen stehen teilzuhaben und ihre Potenziale zu entwickeln. Nicht der Mensch muss sich in bestehende System integrieren, sondern die Systeme müssen die Bedürfnisse aller berücksichtigen und sich entsprechend anpassen lassen.